Wie gestalte ich das Ende einer Patenschaft?

Ob eine Patenschaft geplant oder ungeplant durch Abschiebung, Umzug oder Konflikt zu Ende geht – Abschlusstreffen, Feedback und Dankesgesten tragen dazu bei, dass TandempartnerInnen mit einem guten Gefühl auseinandergehen. 

Lange Zeit waren sie ein super Tandem-Team, aber in letzter Zeit wird Tom immer wieder von Farid (16) versetzt, der nun scheinbar andere Interessen hat. Tom ist enttäuscht. Die Projektleitung empfiehlt nach einem Einzelgespräch mit beiden ein letztes Abschlusstreffen:  Ahmet bedankt sich noch einmal ausführlich bei Tom und erzählt, was er durch ihn alles in Hamburg kennengelernt hat. Tom fühlt sich wertgeschätzt und geht mit einem guten Gefühl nach Hause.

Das Ende einer Patenschaft zu gestalten und zu begleiten ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll:

  • Es trägt zur Klarheit der Beziehung der TandempartnerInnen bei und löst ggf. festgefahrene Situationen auf.
  • Patinnen und Paten erhalten Feedback und ggf. Wertschätzung zu ihrem persönlichem Engagement.
  • OrganisatorInnen können abschließend Impulse zur Projektweiterentwicklung erfragen.

Warum enden Patenschaften?

Gründe innerhalb der Patenschaft:

  • Das gemeinsame Ziel ist erreicht.
  • Die TandempartnerInnen haben sich auseinandergelebt.
  • Es kommt zu Unstimmigkeiten / Konflikten.
  • Es gibt Konflikte mit der Patenorganisation.

Gründe außerhalb der Patenschaft:

  • Keine Zeit mehr (berufliche oder familiäre Anforderungen)
  • Andere Interessen stehen im Vordergrund.
  • gesundheitliche Probleme
  • Umzug
  • Abschiebung, etc.

Manche Patenschaften sind zudem zeitlich begrenzt. Vielfach werden beendete Patenschaften als Freundschaften außerhalb des Projektrahmens fortgeführt.


Wenn es im Tandem kriselt, keine Treffen mehr stattfinden oder man auch schlicht einen Tandempartner oder Tandempartnerin nicht mehr erreicht, stellt sich die Frage: Wie geht man vor?  Bettina Jantzen, Projektkoordinatorin von Mitkids Aktivpatenschaften der Ehlerding-Stiftung und langjähriges Mitglied in der AG Qualitätssicherung und Qualifizierung des Mentor.Ring Hamburg e.V. gibt im Interview wertvolle Praxistipps.

 


Droht die Abschiebung, haben Patinnen und Paten viele Fragen, wie sie am besten unterstützen können. In der Broschüre Erste Hilfe gegen Dublin Abschiebungen  von Pro Asyl erhalten Sie einen Überblick über den Rechtsrahmen und Unterstützungsmaßnahmen. Eine rechtlich korrekte Einschätzung und schnelles Handeln ist im Fall einer Abschiebung unabdingbar; daher sollte in jedem Fall ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden.

Stefanie Ebbeler, Flüchtlingsberaterin des  Flüchtlingszentrum Hamburg informiert im folgenden Interview, wie Patinnen und Paten im Falle eines Abschiebungsbescheids am besten unterstützen können.


Ein Abschlussgespräch bietet eine wertvolle Möglichkeit, die Patenschaft gemeinsam zu reflektieren und sich zu verabschieden. Dabei finden die Gespräche zum Teil mündlich, zum Teil telefonisch statt. Sollte ein gemeinsames Treffen aufgrund eines Konflikts nicht gewollt sein, bieten sich Einzelgespräche an.

Wird ein Abschlussgespräch als Feedbackinstrument genutzt und von der Organisation selbst durchgeführt, sind folgende Themen für die Projektevaluation und -weiterentwicklung interessant:

  • Dauer und Häufigkeit der Treffen
  • Gefühle und Einschätzungen zu Ablauf und Wirkung der Patenschaft
  • Gründe zum Ende der Patenschaft
  • Einschätzung der Betreuung durch die Organisation
  • weiterer Umgang der TandempartnerInnen miteinander (außerhalb des Projektrahmens)
  • Dank an die Ehrenamtlichen für Zeit, Vertrauen und Engagement; ggf. einZertifikat oder eine Urkunde für das Engagement

Auf verschiedene Weise drücken Patenprojekte den Patinnen und Paten ihren Dank bei der Verabschiedung aus:

  • Bei einem persönlichen Treffen oder durch einen Abschiedsbrief
  • im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung
  • durch die Übergabe eines kleinen Geschenks oder Gutscheins
  • durch den Nachweis für bürgerschaftliches Engagement, in dem sie das Projekt und das Engagement der Person beschreiben.

Hier finden Sie eine Liste mit  Ideen zur Würdigung des Engagements und Hinweise zum Nachweis für bürgerschatliches Engagement. Bei allem gilt: Je persönlicher, desto besser!