Krisenintervention und Abbruch von Patenschaften

Sprachbarrieren, kulturelle Missverständnisse, traumatische Belastungen, überhöhte Erwartungen oder schlicht Zeitmangel können sich negativ auf die Patenbeziehung auswirken.
Die Befragung von über 1.000 PatInnen im Rahmen der Wirkungsanalyse des Patenschaftsprogramms im Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ zeigt folgende Herausforderungen in den Patenschaften:

Abbildung 29: Herausforderungen in der Patenschaft, in Prozent

Quelle: Online-Befragung der Patinnen und Paten im Patenschaftsprogramm 2017, Auswahl: Befragte, die Herausforderungen in ihrer Patenschaft sehen (N = 1.069), aus: Wirkungsanalyse des Patenschaftsprogramms im Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ (2017), Studie der Prognos AG für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Link zur Studie

Bei Unstimmigkeiten und Konflikten in Patenschaften ist es wichtig, dass Sie als Koordination eine vermittelnde Rolle einnehmen. Versuchen Sie, mit beiden Parteien in Kontakt zu kommen und bieten sie ggf. ein gemeinsames Gespräch an. Menschen reagieren unterschiedlich auf Konflikte; ein offener Umgang kann nicht vorausgesetzt werden. Nicht selten ist das Fernbleiben von Verabredungen auch ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Bieten Sie daher immer Gesprächsanlässe und machen Sie deutlich, dass Konflikte für Sie dazu gehören und Sie es unterstützen, wenn beide Seiten ihre Wünsche für die Patenschaft offen äußern.

Sollten keine Lösung möglich sein, ist ein Abbruch der Patenschaft notwendig. Vielfach hilft es den Ehrenamtlichen und Geflüchteten, wenn die Beendigung von Seiten der Koordination vorgeschlagen wird. Auch in Fällen, in denen nur eine Partei die Patenschaft beenden will, ist es hilfreich, wenn Sie das Ende begleiten, sodass beide Parteien mit einem guten Gefühl aus der Patenschaft gehen. 

In wenigen Fällen ist es notwendig, dass Sie Patenschaften von Ihrer Seite aus beenden, z.B. wenn Teilnehmende die Regeln des Projekts nicht einhalten und es zu Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch kommt. (s. auch Interventionsablauf von Amyna e.V.)

Auch Überforderungen im Rahmen des Ehrenamts können zu Krisen führen. Daher ist wichtig, Ehrenamtliche in ihren Selbstschutzfähigkeiten zu unterstützen. Die Broschüre „Damit helfen wieder gut tut“  der Diakonie gibt hierfür weiterführende Anleitungen für EhrenamtskoordinatorInnen.