Einführungsworkshop für PatInnen

Einige Projekte (vorallem Projekte mit minderjährigen Geflüchteten) bieten einen Einführungsworkshop für PatInnen vor dem ersten Kennenlernen oder während der Anfangszeit der Patenschaft an.

Ein Workhop hat den Vorteil, dass

  • Sie zusammen mit den Teilnehmenden ein gemeinsames Verständnis der Projektziele entwickeln können und sich Ehrenamtliche dadurch stärker dem Projekt und den anderen PatInnen zugehörig fühlen,
  • die organisatorischen Details des Patenprojekts besprochen und Rückfragen geklärt werden können,
  • PatInnen ihre eigene Haltung und Rolle reflektieren und Do’s and Don’ts geklärt werden können,
  • die Ehrenamtlichen auf die interkulturelle Begegnung eingestimmt werden,
  • und Sie sich als Ansprechpartner (auch für Konflikte) im Projekt einführen.

Ein Vorbereitungsworkshop dauert in der Regel drei Stunden bis zu einem Tag. Einige Projekte führen ihn selbst durch, andere greifen hierfür auf externe ReferentInnen zurück.

Anleitungen für einzelne Workshopübungen finden Sie hier:

Dauer: 10.30-15.30 Uhr (5 Stunden), max. 15 Teilnehmer

10.30-10.45     Begrüßung & Vorstellung Workshopablauf  (15 min.)

10.45-11.25     Kennenlernspiel / Thematischer Einstieg (40 min.)
z.B. Aufstellungsspiel, Speeddating oder Partnerinterview

11.25-12.00     Hinweise zur Patenschaft & Organisatorisches (15 min.)

 

Erzählungen aus der Praxis von einer Patin / einem Paten und einem Geflüchteten aus zwei Tandems (20 min.)

12.00-13.00     gemeinsames Mittagessen (60 min.)

13.00-14.00     PlakatMeine Rolle als Patin/Pate“  (60 min.)
oder „Wer war mir eine gute Patin / ein guter Pate?“

14.00-14.15     Kaffeepause

14.15-15.15     Interkulturelle Sensibilisierung (60 min.)

z.B. Anti-Bias Übung oder sprachlicher Einstieg (z.B. Arabisch für Anfänger)

15.15-15.30     Feedback / Auswertung des Workshops (15 min)
z.B. Dartscheibe, Talking Stick, Drei-Stühle- Feedback, Feedbackbogen


Typ: 
Kennenlernmethode

Gruppengröße:   
für 6-30 Personen

Dauer:                     
ca. 20-30 min (von Personenanzahl und Fragenumfang abhängig)

Material:           
Ein symbolisches Mikrofon (z.B. ein Edding)

Ziel: Kennenlernen der Teilnehmenden untereinander fördern.

Vorbereitung: Die Stühle werden zur Seite gerückt, sodass der Raum leer ist, alle werden gebeten aufzustehen. 

Anleitung:

Die Moderation stellt je eine Frage und bittet alle sich der Frage nach im Raum aufzustellen. Wenn alle ihren Platz im Raum gefunden haben, interviewt die Moderation einzelne Personen, z.B. wie folgt: Wo stehst Du? Warum stehst Du gerade hier?

Fragen:

  1. Stellt euch alphabetisch nach Vornamen auf. (Stehen alle, können alle reihum ihren Namen sagen. Um sich die Namen besser merken zu können, kann man auch ein Adjektiv mit dem gleichen Anfangsbuchstaben des Namens anfügen, z.B. „Ich bin die satte Sabine, die alberne Ayse, etc.“. Diese können auch der Reihe nach von jedem einzelnen wiederholt werden.)
  2. Bildet 3 Gruppen  (1. Bin schon Pate/Patin  2. Ich warte auf das Matching, bin noch im Bewerbungsprozess  3. Ich bin in der Projektkoordination tätig)
  3. Stellt euch vor, der Raum ist eine Landkarte:  Norden/Süden/Westen/Osten
    1. Wo in der Stadt wohnt ihr?
    2. Welches andere Land, außer Deutschland kennt ihr am besten?
    3. Aus welchem Land kommt euer Lieblingsessen?
    4. In welches Land würdet ihr gerne mal reisen?

Typ: 
Kennenlernmethode

Gruppengröße:   
für 6-16 Personen

Dauer:                      
ca. 20-40 min. (abhängig von Gruppengröße und Anzahl Fragen)

Material:          
Stühle

Ziel: Das Kennenlernen der Teilnehmenden fördern und dabei möglichst viele in kürzester Zeit miteinander in Kontakt bringen. Eigene Erwartungen klären und einen Perspektivwechsel ermöglichen. Achtung! - Nicht für zu große Gruppen nutzen, der Geräuschpegel ist sonst zu laut, da alle sehr dicht sitzen!

Vorbereitung: Die Stühle (gleiche Anzahl wie Personen) werden entweder in langer Reihe je zwei zueinander oder als doppelter Stuhlkreis (innerer Stuhlkreis mit Blick nach außen, äußerer Stuhlkreis mit Blick nach innen) aufgestellt. Auf ihnen nehmen alle Personen Platz. Die Moderation stellt nun jeweils eine Frage, zu der sich die beiden Gegenübersitzenden zwei Minuten austauschen. Nach jeder Frage rutschen alle Personen des inneren Kreises einen Stuhl nach rechts und sitzen so jeweils einer neuen Person gegenüber.
Bei der Stuhlaufstellung in der Reihe, rutschen alle jeweils einen Stuhl reihum nach rechts.

Als Variation können die Ergebnisse der Fragen zum Thema Erwartungen auch auf Karten mitgeschrieben und auf einer Stellwand angepinnt werden. In einer moderierten Diskussion können im Anschluss erfüllbare und nicht erfüllbare Erwartungen besprochen werden.

Anleitung:

  1. Warum Hamburg? Wo ist dein Lieblingsplatz hier?
  2. Wenn du nicht als Patin oder Pate aktiv bist, was machst du sonst so?
  3. Wo bist Du bereits mit Menschen mit Fluchtgeschichte in Kontakt?
  4. Wer war für Dich eine Patin oder ein Pate in Deinem Leben und was hat er Dir für Deine Entwicklung gebracht?
  5. Was erhoffst Du Dir von Deinem Tandempartner oder Deiner Tandemparterin? Wie stellst Du Dir sie/ ihn idealerweise vor? (Oder wie ist er /sie real?) - ggf. Antworten für „Erwartungen der Patinnen und Paten“ auf Karteikarten sammeln lassen
  6. Versetze Dich in die Rolle Deines Tandempartners / Deiner Tandempartnerin: Du triffst einen guten Freund und erzählst ihm, dass du eine Patin / einen Paten bekommst. Wovor hast Du Angst, was erhoffst und wünschst Du Dir? - ggf. Antworten für „Erwartungen der Geflüchteten“ auf Karteikarten sammeln lassen

Typ: 
Kennenlernmethode

Gruppengröße:  
für 6-14 Personen

Dauer:                      
ca. 30 min. (abhängig von Gruppengröße)

Material:          
ausgedruckte Fragebögen für jede Person

Ziel: Die Teilnehmenden miteinander bekannt machen und die Seminarstimmung auflockern (Ice Breaker – Game). Achtung - Nicht für zu große Gruppen nutzen, hier wird die Vorstellungsrunde zu lang!

Anleitung: Bitte interviewen Sie sich gegenseitig anhand der unten aufgelisteten Fragen je 5 Minuten. Binden Sie Ihrer Tandempartnerin / Ihrer Tandempartnerin dabei bei einer Frage „einen Bären auf“ (schummeln sie also eine falsche Antwort unter).

Wenn Sie sich beide interviewt haben, stellen Sie anschließend Ihre Interviewpartnerin / Ihren Interviewpartner in der Runde vor. Versuchen Sie nun gemeinsam herauszufinden, wo sich „der Bär“ versteckt hat.

 

Fragebogen

  1. Wie heißen Sie?

  2. Wie sind Sie zu dem Patenprojekt gekommen?

  3. Haben Sie schon zuvor Kontakt zu Geflüchteten gehabt?

  4. Was sind sonst Ihre Hobbies, wenn Sie nicht gerade als Patin/Pate aktiv sind?

  5. Was machen Sie beruflich oder haben Sie beruflich gemacht?

  6. Was ist Ihr Lieblingsort in der Stadt?


Typ: 
Rollenklärung

Gruppengröße:   
für 6-20 Personen, Arbeit in Zweiergruppen

Dauer:                      
ca. 10 - 15 min.

Material:

Ziel: Anhand der Reflexion eigener Lernerfahrungen sich über die Wirkungsweise von Patinnen und Paten bewusst werden.

Achtung! Es kann sein, dass einige Personen Schwierigkeiten haben, eine Patin oder einen Paten in ihrer Entwicklung ausfindig zu machen. Betonen sie daher, dass das ganz normal ist, sodass keiner sich unter Druck gesetzt fühlt.

Vorbereitung: Es finden sich immer zwei Personen zum Gespräch zusammen.

Aufgabenstellung: Überlegt einmal: Gab es auf Eurem bisherigen Lebensweg eine oder mehrere Personen, die Euch als eine Art Patin/Pate, MentorIn, BegleiterIn fördernd zur Seite standen und Euch vielleicht auch über schwierige Phasen hinweggeholfen haben? Das kann ein/e NachbarIn, ein Freund/eine Freundin, eine Tante/ein Onkel, eine Lehrer/In oder Gruppen- oder Sportleiter gewesen sein.

Warum war dieser Mensch für Dich besonders wichtig? Was hat Dich besonders beeindruckt und ihn ausgemacht? Und durch welche Art und Weise hat er oder sie Dich geprägt?

Variante: Die Gespräche aus den Zweiertandems sollten nicht in die Großgruppe getragen werden, da hier oft sehr persönliche Erzählungen stattfinden. Jedoch können in der Gruppe noch einmal besondere Fähigkeiten der Patin/des Paten gesammelt werden, wie z.B. „hat mich nicht bevormundet“, „hat mir so gut zugehört“, „hat an mich geglaubt“.


Typ:
Rollenklärung

Gruppengröße:  
für 6-20 Personen, Arbeit in Zweiergruppen

Dauer:                     
ca. 10 - 15 min.

Material:

Ziel: Patinnen und Paten anregen, ihre Rolle zu reflektieren; ein gemeinsames Rollenverständnis in der Gruppe entwickeln.

Vorbereitung: Die Gruppe wird in Kleingruppen mit 3-5 Personen geteilt und mit Flipchartpapier und Eddings ausgestattet.

Aufgabenstellung:

Was versteht Ihr unter einer „guten Patin“ / einem „guten Paten“? Welche Fähigkeiten und Haltungen sollte er/sie besitzen? Und welche nicht?

Tauscht Euch in Kleingruppen darüber aus und malt Euren guten Paten auf Papier. (ca. 10-20 min.)  Es muss kein Kunstwerk werden (es reicht auch ein Strichmännchen und Ihr schreibt die Fähigkeiten daneben).

Zur Inspiration: Überlegt Euch, wie der Kopf, das Herz und der Bauch eine guten Patin / eines guten Paten ausgestattet sein könnten und auf welchem Boden sie oder er steht.

Im Anschluss bitte ich Euch, Eure Plakate im Plenum vorzustellen. (je 3-5 min. pro Gruppe plus Diskussion.)

Variante: Wenn das Projekt einen Verhaltenscodex hat, ist eine Vorstellung nach dieser Methode ein passender Zeitpunkt.


Typ:
Feedbackmethode

Gruppengröße:  
für 10-50 Teilnehmer

Dauer:
ca. 5-10 min

Material:
1 großes Flipchartpapier/Packpapier, Stellwand und farbige Klebepunkte

Dartscheibe

Ziel: Einen schnellen, visuellen Überblick über das Feedback der Teilnehmer erhalten. (Auch für große Gruppen oder als Gesprächseinstieg für mündliches Feedback zu einzelnen Aspekten geeignet.)

Vorbereitung: Auf einem Papier wird eine große Dartscheibe wie folgt aufgemalt:

Aufgabenstellung: Alle Teilnehmer können nun in jedem Themenfeld, z.B. Praxisbezug, Moderation, etc. einen Punkt ankleben. Je näher der Klebepunkt im Zentrum der Dartscheibe ist, desto besser wird dieser Aspekt bewertet.

 

 

 

Typ:
Feedbackmethode

Gruppengröße:  
für 5-15 Teilnehmer

Dauer:
ca. 5-15 min

Material:
1 Edding

Talking Stick

Ziel: Ein kurzes, direktes Feedback von möglichst allen Teilnehmenden erhalten und alle die möchten, nochmal zu Wort kommen lassen.

Aufgabenstellung: Die Moderation bittet um ein kurzes Feedback zum Workshop und gibt dazu z.B. einen Edding als „Talking Stick“ rum.

 

Drei-Stühle-Feedback

Ziel: Rückmeldung der Teilnehmenden erhalten, ob ihre Erwartungshaltungen im Nachhinein erfüllt worden sind und ob das Gelernte für ihre Arbeit anknüpfungsfähig ist.

Vorbereitung: In einen Stuhlkreis werden drei leere Stühle eingefügt.

Typ:
Feedbackmethode

Gruppengröße:  
für 5-15 Teilnehmer

Dauer:
ca. 10-15 min

Material:
Stuhlkreis inkl. 3 leerer Stühle

 

Aufgabenstellung: Eine Person (die neben den drei leeren Stühlen sitzt) beginnt mit ihrem Feedback und setzt sich nacheinander auf alle drei Stühle. Dabei beantwortet sie folgende Fragen:

Auf dem 1. Stuhl:        Was hatte ich (von dem Workshop) erwartet?

Auf dem 2. Stuhl:        Wie geht es mir jetzt?

Auf dem 3. Stuhl:        Was nehme ich (von dem Workshop) mit?

Nun übernimmt der nächste Sitznachbar und nimmt der Reihe nach auf allen leeren Stühlen Platz, usw.