Warum eine gute Vorbereitung?

„Ich brauche unbedingt Winterschuhe und habe kein Geld mehr“, erzählt der 16-Jährige Samir seiner Patin Nina. Was tun?, fragt sich Nina. Da erinnert sie sich an den Hinweis aus dem Paten-Vorbereitungsseminar: „Hilfe zur Selbsthilfe geben“. Sie steckt das gezückte Portemonnaie wieder ein, erläutert ihm, wie er Geld über seinen Betreuer oder Vormund beantragen kann und beschreibt, wie man zur nächsten Kleiderkammer kommt.

Wenn in einer Patenschaft Konflikte entstehen, stellt sich oft heraus, dass beide Seiten unterschiedliche Erwartungen an die Patenschaft hatten. Mit einer guten Vorbereitung kennen beide Seiten ihre Rolle (s. auch Kapitel Rollenklärung) und sie haben sich  miteinander auf Spielregeln (s. auch Kapitel Verhaltenscodex) geeinigt. Ein Pate, der sich eher als Behördenlotse oder Deutsch-Sprachpartner versteht, wird sich anders verhalten als jemand, der ein freundschaftlich verbundener Weggefährte sein möchte (s. auch Kapitel Projektkonzept). Geflüchtete haben so eine klare Vorstellung, was sie von Ehrenamtlichen erwarten können. 

Eine gute Vorbereitung gibt besonders den Ehrenamtlichen ein sicheres Gefühl und macht Lust auf das Engagement.