Wer engagiert sich als Pate / Patin und warum?

Einen guten Überblick über in der Praxis angewandte Maßnahmen zur Patenakquise bietet die 2017 veröffentlichte Wirkungsanalyse der Prognos AG zu den Patenschaftsprojekten des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“, deren Ergebnisse hier zusammengefasst sind:

Wer engagiert sich in Patenprojekten?
Es engagieren sich wesentlich mehr Frauen in Patenschaften. Gut zwei Drittel (71%) der PatInnen sind weiblich. Auf der Seite der Geflüchteten stellt sich die Verteilung gegensätzlich dar. 73% der begleiteten Geflüchteten sind Männer, die meist zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Bei der Altersstruktur der PatInnen zeigt sich, dass die Altersgruppen der 20- bis 29-jährigen (22%) und der über 60-jährigen (32%) am häufigsten vertreten sind und über die Hälfte der Engagierten ausmachen.  Die Gruppe der 50- bis 59-jährigen (19%) ist ebenfalls stark vertreten.

Gründe für das Engagement?
Die eigene Hilfsbereitschaft (91%), der Wunsch nach gesellschaftlicher Mitgestaltung (90%) sowie ein generelles Interesse für Menschen aus anderen Kulturen (80%) sind die am häufigsten genannten Gründe für ein Engagement als Patin oder Pate. Aber auch die besonderen Rahmenbedingungen, die Patenschaften mit sich bringen, sind für die Engagierten reizvoll:

Gründe für das Engagement im Patenschaftsprogramm


 

Zugang zu den Zielgruppen
Bei der Akquise von Geflüchteten zeigt die Studie, dass die Zusammenarbeit mit Personen oder Organisationen, die im direkten Kontakt mit Geflüchteten stehen, von den Patenprojekten mit 89% bzw. 83% positiver Zustimmung als am erfolgversprechendsten bewertet werden. Auch die Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Geflüchteten (85%) und die aktive Aufsuche von Sprachschulen und Unterkünften (77%) werden als sehr wirkungsvoll eingestuft.

Die gezielte Ansprache von potenziellen Freiwilligen wird in der Patenakquise von den Patenprojekten am besten bewertet.  Bei den Sozialen Medien zeigen sich große Unterscheide je nach Altersgruppe. Über 50% der PatInnen im Alter von 20 bis 29 Jahren gaben an, über die Sozialen Medien von ihrem Patenprojekt erfahren zu haben. 

 

Bewertung verschiedener Ansprachewege zur Mobilisierung von Freiwilligen