Interview mit Elena Pütter (Kinderschutzbund Hamburg)
zum exklusiven Matching

Ihr vermittelt Patenschaften mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Wie verknüpft ihr die Freiwilligen mit den Geflüchteten?

Es gibt jeweils ein einstündiges Kennlerngespräch mit dem Jugendlichen und dem interessierten Ehrenamtlichen, welches dazu dient, die Personen näher kennenzulernen. Spezielle Fragen, um u.a. deren Freizeitgestaltung und Interessen herauszufinden, führen dazu, die Auswahl für das Matching einzugrenzen. Durch das intensive Kennlernen beider Parteien bekommen die Mitarbeiterinnen ein Gespür für den jeweiligen Menschen. Danach wird im Team beraten und über das Matching entschieden. Auf die Wünsche der Einzelnen, vor allem aber auf die Bedarfe der Jugendlichen, wird Rücksicht genommen. Die Mitarbeiterinnen müssen das Gefühl haben, dass die Paarung passen könnte, dabei spielt das „Bauchgefühl“ auf der zwischenmenschlichen Ebene eine signifikante Rolle!

Ist ein passendes Patenschaftstandem gefunden, werden die beiden Personen von einer Mitarbeiterin zu einem ersten gemeinsamen Treffen, das dem gegenseitigen Kennenlernen dient, eingeladen. Die Mitarbeiterin übernimmt dabei eine moderierende Rolle. In der Folge haben die Jugendlichen und Ehrenamtlichen Zeit sich in ihre Patenschaft im Rahmen einer Schnupperphase (meist 3-4 Treffen) einzufinden. Erst wenn beide Seiten nach Ablauf der Schnupperphase einer Fortsetzung der Patenschaft zustimmen, ist diese offiziell geschlossen.

Welche Verknüpfungskriterien spielen für euch eine gewichtige Rolle?

  • Bauchgefühl: gutes Bauchgefühl ist Voraussetzung für eine gute Passung!
  • Interessen: gemeinsame Interessen sind ein guter Aufhänger für den Beziehungsaufbau.
  • Charakter/Persönlichkeit: die Chemie muss stimmen.
  • Wohnort: zu große Entfernung könnte hinderlich sein.
  • Wünsche: Berücksichtigung der Wünsche des Einzelnen ist sinnvoll.
  • Bedarfe des Jugendlichen: der Mehrwert für den Jugendlichen steht im Vordergrund.
  • Situation des/der Paten/Patin: bestimmte Rahmenbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten können von besonderem Vorteil für einen bestimmten Jugendlichen und dessen Bedarf sein

Warum wendet ihr das exklusive Matching an?

Unsere fachliche Einschätzung garantiert ein Matchingverfahren, das weitgehend standardisiert ist und auf kollegialem Austausch basiert. Darüber hinaus beweist unsere Erfahrung im Projekt, dass dieses Modell erfolgsversprechend ist und nur in absoluten Ausnahmefällen eine Neuverknüpfung bzw. ein Abbruch des Kontakts in der Schnupperphase stattfinden muss.