Teilhabe von Geflüchteten

In der Flüchtlingshilfe wird allzu gerne über die Bedarfe der Geflüchteten gesprochen, ohne dass diese als ExpertInnen ihrer eigenen Lebenswelt einbezogen werden. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass die Einbindung von Menschen mit Fluchterfahrung sowohl in die Projektkoordination als auch im Rahmen der Projektentwicklung gewinnbringend ist.

Einbindung in der Projektentwicklung
Welche Bedarfe haben Geflüchtete? Welche Angebote sind sinnvoll und zielführend? Welchen Mehrwert können Patenschaften erzielen? Es liegt nahe, dass gerade Geflüchtete wichtige Einschätzungen zu diesen Fragen geben können. Die Einbindung von Geflüchteten kann eine bedarfsgerechte Ausrichtung des Projekts befördern.

Die Studie "Wie gelingt Integration?" des Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, in der Asylsuchende zu ihren Teilhabeperspektiven befragt wurden, liefert hilfreiche empirische Befunde aus Sicht der Zielgruppe.

Einbindung in die Projektkoordination
Einige wenige Patenprojekte haben bereits Geflüchtete in die Projektkoordination eingebunden. Im Patenprojekt des Sozialdienstes katholischer Frauen Hamburg e.V. (SKF e.V.) teilen sich eine Deutsche und zwei Syrer die Koordinationsaufgaben.
Im Rahmen der der Projektevaluation von „Landungsbrücken für Geflüchtete“ hat Evaluator Dr. Hajo Sassenscheidt diesen methodischen Ansatz untersucht. Im folgenden Interview erläutert er Vorteile und Gelingensbedingungen der Arbeit mit so genannten „Kontaktflüchtlingen“.