Koordinationsformen

Patenprojekte werden sehr unterschiedlich koordiniert und die Aufbaustrukturen unterscheiden sich zum Teil deutlich. Blickt man auf die Projektlandschaft, kristallisieren sich drei verschiedene Koordinationsformen heraus:

 

Das Ein-Ebenen-Modell

Beim Ein-Ebenen-Modell übernimmt eine Person die Koordinationsrolle, die gleichzeitig innerhalb des Projekts selbst Patin oder Pate ist. Insbesondere in ehrenamtlich koordinierten Patenmodellen, die aus den stadteilbezogenen Initiativen der Flüchtlingshilfe hervorgegangen sind, ist das Ein-Ebenen-Modell verbreitet. Dieses Modell kann folgende Vor- und Nachteile mit sich bringen:

  • Die Koordination sammelt selbst Erfahrungswissen als Patin oder Pate und weiß daher um die Themen und Probleme in den Patenschaften.
  • Die Koordination ist Teil des Teams und steht den Patenschaften sehr nah.
  • Die fehlende Hierarchie entspricht häufig der Organisationskultur und den Wünschen der Freiwilligen.
  • Die Doppelrolle kann zur Überlastung und Überforderung führen. Bei wachsenden Projekten übernehmen daher oft mehrere Ehrenamtliche die Koordinationsaufgaben.
  • Die Doppelrolle kann in der Patenschaftsbegleitung zu Rollenkonflikten sowie zu fehlender fachlicher Distanz führen und den neutralen Blick von außen erschweren.
  • Durch die Doppelfunktion fällt es schwerer, sich von nicht geeigneten Patinnen oder Paten zu verabschieden oder diesen abzusagen.
  • In manchen Fällen ist die Koordination nicht als AnsprechpartnerIn sichtbar.

 

Das Zwei-Ebenen-Modell

Beim Zwei-Ebenen-Modell gibt es eine Koordinationsebene, die aus einer oder mehreren Personen bestehen kann, die selbst nicht als Pate oder Patin aktiv sind. Die zweite Ebene stellen die Patenschaftstandems dar. Vor- und Nachteile dieses Modells sind wie folgt:

  • Das Zwei-Ebenen-Model führt zu einer größeren Rollenklarheit, da die Kompetenzen eindeutig zugeordnet sind.
  • Dies kann zu einer höheren Sicherheit unter den Projektbeteiligten beitragen.
  • Die Koordinationsebene ist zudem nach innen und außen als klarer Ansprechpartner erkennbar.
  • Bei fachlich unerfahrenen KoordinatorInnen besteht die Gefahr, dass sie über einen zu geringen Erfahrungsschatz verfügen, um die Patenschaften gut begleiten und beraten zu können.

 

Das Drei-Ebenen-Modell

Beim Drei-Ebenen-Modell übernimmt die Koordination klassische Projektmanagementaufgaben wie das Fundraising, die Öffentlichkeitsarbeit oder die Veranstaltungsplanung. Die zweite Ebene kümmert sich um die Vermittlung: Die AnsprechpartnerInnen verknüpfen die Freiwilligen und Geflüchteten. Sie führen die Auswahl, das Matching und die Patenschaftsbegleitung durch. Die dritte Ebene bilden die Tandems. Folgende Vor- und Nachteile kennzeichnen das Modell:

  • Die stärkere Aufgabenteilung trägt zur Entlastung der Koordination bei.
  • Da die Vermittlungsebene zumeist aus einem ehrenamtlichen Team besteht, können Entscheidungen nach einem Mehr-Augen-Prinzip getroffen werden und diese gemeinsam getragen werden. In Konfliktfällen oder bei der Ablehnung von Interessierten sind die einzelnen Teammitglieder dadurch weniger angreifbar.

Wichtig: Um eine reibungslosen Ablauf zwischen den beiden oberen Ebenen sicher zu stellen, ist in diesem Modell eine klare Zuschreibung von Kompetenzen und Zuständigkeiten sinnvoll.