Zielsetzung

Patenschaftsprojekte verfolgen meist sehr ähnliche Oberziele: Den Geflüchteten soll das Ankommen und die Integration erleichtert und somit ihre gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten gestärkt werden. Zudem soll ein Brückenschlag zwischen der Aufnahmegesellschaft und ihren neuen Mitgliedern geschaffen werden.  Durch die interkulturelle Begegnung sollen Werte vermittelt, Ressentiments vorgebeugt und somit ein Beitrag zu einer pluralistischen Gesellschaft geleistet werden.

Neben den Oberzielen verfolgen Patenprojekte sehr konkrete Zielsetzungen und Inhalte:

  • Förderung des Spracherwerbs
  • Unternehmung gemeinsamer Freizeitaktivitäten
  • Erschließung des Sozialraums
  • Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen
  • Förderung der schulischen Laufbahn / Inklusion
  • Berufsorientierung
  • Hilfe bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche
  • Unterstützung bei der Wohnungssuche

Viele Patenprojekte verzichten auf eine festgelegte inhaltliche Ausrichtung und reagieren innerhalb der Patenschaften flexibel auf die Bedarfe der Geflüchtete – weshalb sie letztlich mehrere der genannten Zielsetzungen vereinen. Daneben gibt es spezialisierte Projekte, wie Mentoringprogramme zur Berufsorientierung oder Freizeitpatenschaften.

Zielgruppen

  • Minderjährige SchülerInnen mit Fluchthintergrund
  • junge Erwachsene, Studierende

Kernziel

Das Patenprojekt trägt zur Integration von Geflüchteten bei, indem die Bildungsperspektiven von Geflüchteten gestärkt werden. Die schulischen Leistungen der SchülerInnen sollen verbessert werden, indem die SchülerInnen bei den Hausaufgaben, beim Spracherwerb sowie in den Prüfungsvorbereitungen von den Patinnen und Paten unterstützt werden. Durch die Begegnungen in den Patenschaften soll zudem eine Brücke zwischen der Aufnahmegesellschaft und den geflüchteten SchülerInnen aufgebaut werden. Im Rahmen der interkulturelle Begegnung sollen Werte vermittelt, Ressentiments vorgebeugt und somit ein Beitrag zu einer pluralistischen Gesellschaft geleistet werden.

Wirkungszeile

Über das Kernziel hinaus werden durch das Patenprojekt viele andere Effekte erzielt. Hier eine Übersicht zu den möglichen Wirkungszielen auf Seiten der Geflüchteten und Freiwilligen: 

Die SchülerInnen…

  • haben ihre Deutschkenntnisse verbessert
  • haben ihre schulischen Leistungen verbessert
  • sind Motiviert und gehen gerne in die Schule
  • verfügen über ein gestärktes Selbstbewusstsein
  • nehmen eine positive Persönlichkeitsentwicklung
  • sind besser über das Bildungssystem und mögliche (Aus-)Bildungswege informiert
  • haben Kenntnisse über gesellschaftliche Werte und Normen erlangt
  • haben ihre interkulturellen Kompetenzen gestärkt
  • verspüren ein Gefühl des Willkommenseins
  • haben Kontakt in die Aufnahmegesellschaft

Die Freiwilligen…

  • übernehmen kompetent ihre Rolle als Patin oder Pate
  • haben ihre interkulturellen Kompetenzen gestärkt
  • übernehmen eine Mitverantwortung für einen jungen Menschen
  • verfügen über ein gesteigertes Selbstwertgefühl
  • haben ihre pädagogische Kompetenzen weiterentwickelt
  • Wissen über die Herkunftsländer und ihre Kulturen erlangt
  • erfahren ihr Engagement als sinnstiftend und wirkungsvoll
  • fühlen sich als Teil eines PatInnen-Netzwerkes
  • reflektieren ihre eigenen kulturellen Standards und Privilegien
  • kennen Hilfs- und Unterstützungsstrukturen der Flüchtlings- und Jugendhilfe

Quantitative Ziele

  • Pro Schuljahr sollen 20 bis 30 SchülerInnen in eine Patenschaft vermittelt werden.
  • Eine Patenschaft soll idealerweise mindestens für die Dauer eines Schuljahres bestehen.