Was wird gebraucht? Was gibt es schon?

Welche Unterstützung brauchen und wünschen sich Geflüchtete? Welche Angebote bestehen bereits? Welche Ressourcen sind für eine Projektumsetzung vorhanden oder werden noch benötigt?

Mit vielen Fragen kommen die Geflüchteten des Sprachkurses auf ihre ehrenamtliche Lehrerin Monika zu. „Wie bekomme ich günstige Kinderkleidung?“ „Wie finde ich eine Wohnung?“ Oder: „Was bedeutet dieser  Brief?“  Bald ist Monika klar, dafür braucht es mehr Zeit und mehr Leute. Zusammen mit den anderen Unterstützenden der Wohnunterkunft stellt sie erste Überlegungen an, wie sie ein Patenprojekt aufbauen könnten.

Ohne Bedarf kein Projekt. Daher sollten Sie im ersten Schritt die Bedarfe genauer in Erfahrung bringen. Vielleicht engagieren Sie sich bereits ehrenamtlich in einer Flüchtlingsunterkunft? Und es haben sich schon Formen der Begleitung und Patenschaft entwickelt? Vielleicht haben Sie noch keine Kontakte zu Geflüchteten und möchten ein Patenprojekt aufbauen – entweder weil es bereits einzelne Engagierte oder einen Unterstützerkreis gibt oder Sie als Organisation beauftragt sind, ein Konzept zu entwickeln? Folgende Fragen können Ihnen in jedem Fall helfen, um Ihr Projekt auf die Bedarfe und das entsprechende Umfeld abzustimmen:


Einerseits kann die Klärung der eigenen Ressourcen dazu beitragen, das Projekt entsprechend Ihrer Ressourcen zu entwickeln. Andererseits macht die Klärung deutlich, welche Ressourcen noch fehlen. Sie sind somit gut vorbereitet, um KooperationspartnerInnen oder Förderer und Förderinnen für eine gemeinsame Zusammenarbeit zu gewinnen. 

Hilfreich kann auch eine klassische Analyse der Stärken und Schwächen in Form einer SWOT-Analyse sein:

S             Strengths = Stärken
W           Weaknesses = Schwächen
O            Oppurtunities = Chancen
T             Threats = Gefahren      

  • Welche Stärken haben wir?
  • Welche Schwächen haben wir?
  • Welche Chancen existieren?
  • Welche Gefahren bestehen?

Weitere Informationen zur Arbeit mit der SWOT-Methode finden Sie hier.


Hier finden Sie eine eine Checkliste zur Einschätzung der eigenen Ressourcen für die Umsetzung eines Patenprojekts:


Zusammen geht es besser (c) Foto Kirsten Haarmann

Bereits in der Konzeptionsphase eines Patenprojekts ist es sinnvoll, mögliche KooperationspartnerInnen ausfindig zu machen und in die Planungen  einzubinden. Im besten Fall sind es Einrichtungen oder Personen, die Ihre Schwächen ergänzen: Haben Sie bereits direkten Zugang zu Geflüchteten, aber nicht zu Ehrenamtlichen, sollten Sie beispielsweise Organisationen ansprechen, die bereits über ein Netzwerk von Ehrenamtlichen verfügen.

Patenprojekte leben von dem Ansatz der „Beziehung auf Augenhöhe“ zwischen Paten und Patinnen und Geflüchteten. Idealerweise finden Sie daher MistreiterInnen aus dem Bereich der Migrantenselbstorganisationen, um gemeinsam mit ihnen ein Patenprojekt zu entwickeln (siehe auch die Kapitel Patenschaftsmodelle und  Teilhabe von Geflüchteten).

Gerade für den Kontakt zu Geflüchteten oder Ehrenamtlichen ist die Kooperation mit Einrichtungen wie Kirchen, Moscheen, Sport- oder Kulturvereine, Freiwilligenorganisationen, Schulen, Kitas und vor allem den Wohnunterkunftsträgern, empfehlenswert. Aber auch der regelmäßige Informationsaustausch mit Behörden, dem Bezirk und der Stadt ist wichtig, um über bevorstehende Änderungen beispielweise zur Unterbringung der Geflüchteten auf dem Laufenden zu sein. Hier bieten sich Runde Tische, Stadtteilkonferenzen und der Austausch mit dem Quartiersmanagement  an, um mit allen relevanten Akteurinnen und Akteuren vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Fachaustaustauch zu Patenschaften finden Sie in Hamburg bei folgenden Organisationen/Projekten 

  • „Landungsbrücken für Geflüchtete – Patenschaften in Hamburg stärken“ / BürgerStiftung Hamburg: Information zu Patenprojekten in Hamburg und zur Methodik von Patenschaften, Einzelberatung von Patenprojekten, kollegiale Beratung und Supervision, Vernetzung, Fortbildungen und Austauschtreffen, Projektförderung und finanzielle Unterstützung von Fortbildungen. Aktuelle Veranstaltungshinweise und Kontakt unter www.landungsbruecken-fuer-gefluechtete.de
  • AG Landungsbrücken: Erfahrungs- und Wissensaustausch von Koordinatorinnen und Koordinatoren von Patenprojekten mit Geflüchteten, Erarbeitung der Methodenbox, Kontakt: info@landungsbruecken-fuer-gefluechtete.de
  • Mentor.Ring Hamburg e.V.: Fachaustausch und Qualifizierung von Patenprojekten, kollegiale Beratung und Visitation, Fortbildungs- und Vernetzungsveranstaltungen, Veranstaltung des jährlichen Mentoringtages, Herausgabe von Handreichungen und Praxishilfen, Unterstützung der Mentoring-Idee, Arbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen. Weitere Informationen unter www.mentor-ring.org
  • AG Paten und Begleitung vom Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen (BHFI): Der AK Paten und Begleitung beschäftigt sich mit der Akquise neuer Paten und Patinnen und der Unterstützung bestehender Patenschaften. Website:  http://www.bhfi.de

Vernetzung mit anderen Akteurinnen und Akteuren aus der Flüchtlingshilfe bietet das Hamburger Forum Flüchtlingshilfe. Neben Vernetzungsveranstaltungen dienen Dialogforen zu unterschiedlichen Themen dem Informationsaustausch.